Ostara – Wenn Tag und Nacht gleich lang sind

Ostara – Wenn Tag und Nacht gleich lang sind

Die Tage sind merklich länger geworden. Hatte man im Februar noch das Gefühl, dass die Nacht nicht enden will, so ist man erstaunt, wie lange es jetzt am Abend noch hell ist. Sonnenaufgang ist gegen 6:30 Uhr und der Untergang erst um 18:30 Uhr. Ganze 12 Stunden Tageslicht ohne die Dämmerung mit einzubeziehen. Das kann sich sehen lassen!

Im Jahreskreis betrachtet, gehen wir jetzt von der dunklen in die helle Jahreszeit. Dies ist auch die Zeit des Kampfes. Es kämpfen Winter und Frühling miteinander. So hatten wir hier im Norden in der letzten Woche Sonnenschein am Tage und nachts Frost. Der Regen will zwischendurch nicht enden. Man könnte den Eindruck bekommen, der Himmel überschwemmt die Erde mit Wasser. Alles zur Vorbereitung, um in den nächsten Wochen die Pflanzen wachsen zu lassen und den Frühling mit all seiner Pracht willkommen zu heißen. Er lässt sich nicht aufhalten!

Ostara und Ostern

Zu dieser Zeit feiert man Ostara. Traditionell am 21. März. Die Christen machten aus Ostara Ostern. Dies liegt oft weit entfernt von der Tag- und Nachtgleiche, da es am Mond berechnet wird. Ostern ist am ersten Sonntag, nach dem ersten Vollmond, nach Frühlingsbeginn. In diesem Jahr also am 16. April.
Egal wann die Feste liegen, in der Natur kann man deutlich spüren, dass alles im Aufbruch ist. Die Kraniche sind auf dem Rückweg und lassen ihr lautes Trompeten erschallen. Die Krokusse und Schneeglöckchen blühen, die Bäume und Sträucher bilden die ersten Knospen. An meinem Holunder sind bereits die ersten zarten Blättchen zu erkennen. Dieser Energieschub der durch die Natur geht ist auch für uns spürbar. Waren wir zu Imbolc noch in uns gekehrt und haben geplant, Visionen entwickelt oder innere Themen bearbeitet, so ist diese Zeit dafür geeignet um Dinge umzusetzen. Wir kehren uns von Innen nach Außen. Ähnlich der Natur, die ihre ganze innere Lebensenergie nun nach Außen transportiert.

Wenn die ersten warmen Sonnentage kommen, dann zieht es uns nach draußen, wir bekommen Lust in den Park oder in den Garten zu gehen, das alte Laub weg zu räumen und Platz für das neue Leben zu machen.
Oft wird in dieser Zeit der traditionelle Frühjahrsputz vollzogen. Frische klare Frühlingsluft draußen und der Duft von Klarheit und Frische in einer geputzten Umgebung.
Auch der Kleiderschrank wird in dieser Zeit oft einem Check unterzogen. Die Wintersachen raus und die leichten Sommerkleidung rein.

Ernährung

Zur Zeit des Brigid-Festes ging es vorrangig um das Entschlacken und Reinigen. Nun ist die Zeit des Wiederaufbaus. Es eignen sich dazu die jungen Wildkräuter die überall aus dem Boden sprießen. Gönn dir einen Salat mit frischen Wildkräutern. Es eignen sich hierfür Löwenzahn, Giersch, Sauerampfer, Sauerklee, Vogelmiere, Brennnessel, Knoblauchrauke, Gänseblümchen und wahrscheinlich noch unzählige weitere Kräuter.

Traditionell gibt es bei den Christen die Gründonnerstagssuppe, auch die grüne Neune genannt. Die schmeckt auch wenn du kein Christ bist ?. Es ist nicht überliefert was exakt in die Suppe kam. Wahrscheinlich ist es auch abhängig was zu diesem Zeitpunkt schon wächst oder in welcher Region du lebst. Bei mir kommen folgende Kräuter hinzu: Giersch, Löwenzahn, Sauerampfer, Pimpinelle, Brennnessel, Wiesenkerbel, Vogelmiere, Schafgarbe und Gänseblümchen. Den Wiesenkerbel kann ich aber nur Menschen empfehlen, die sich mit Wildkräutern auskennen. Hier besteht eine echte Verwechslungsgefahr mit giftigen Pflanzen, unter anderem der Hundspetersilie oder dem Schierling!
Du kannst auch auf Küchenkräuter wie Kerbel, Schnittlauch, Petersilie etc. zurückgreifen.
Außerdem finde ich, wenn es keine neun sind, dann ist das auch nicht schlimm. Ich werde in den nächsten Tagen ein Rezept veröffentlichen, dann kannst du am Wochenende auf Kräutersuche gehen und die Natur genießen.

Nutze die Zeit um Neues zu schaffen. Lass es dir mit gesundem Essen oder frischen Säften gut gehen. Gehe raus und fang die ersten Sonnenstrahlen. Sei erstaunt über die Wunder der Natur. Achte auf die kleinen Pflanzen, die sich durch das Laub schlingeln. Geh raus und hüpfe, tanze, singe – heiß den Frühling willkommen.

 

Deine Vanessa

Imbolc – die Wiederkehr des Lichts

Imbolc – die Wiederkehr des Lichts

Das von den Kelten gefeierte Fest Imbolc, bei den Christen ist es Maria Lichtmess, ist ein Fest zur Wiederkehr des Lichtes. Gefeiert wird es am 2. Februar. Im Jahreskreis gehört es zu den Mondfesten, in diesem Fall des zunehmenden.

Die zu Imbolc gehörende Göttin ist Brigid. Sie ist es, die das Licht zurück in die Welt bringt, die in dieser Nacht das Feuer behütet. Wenn du im Frühjahr einen goldenen Sonnenstrahl blitzen siehst, dann war es ihr Pfeil, so sagen die Legenden. Ihr Symbol ist unter anderem der Amboss – es ist Zeit Pläne zu schmieden.

Die Birke und Imbolc

Brigid, die weiße Göttin, bringt Bewegung in die Flüsse, indem sie das winterliche Eis schmelzen lässt. Durch sie schießt auch der Saft wieder in die Bäume. Der Baum der zu ihr gehört ist nicht umsonst die weiße Birke, deren Saft im Frühjahr angezapft werden kann und die mit ihren kleinen hellgrünen Blättern in vielen Menschen Freude weckt. Auch bewegt die Göttin die Lebenssäfte in uns Menschen. Wer kennt nicht die unbändige Freude die uns überfällt wenn der Winter geht, Frühlingsgefühle frei werden, die Hormone in Wallung kommen. Dies alles findet seit langer Zeit seinen Gipfel in der Faschingszeit. Die Zeit in der man das Gefühl hat, die Menschen sind nicht Herr ihrer Sinne.

An Imbolc schaut auch der Bär das erste Mal wieder aus seiner Höhle. Er ist der verkleidete Sonnengott, der zu einem späteren Zeitpunkt die Ehe mit der Tochter der Erdgöttin schließen wird. Wenn es ihm bei seinem ersten Gang aus der Höhle zu hell ist, dann zieht er sich für nochmal 6 Wochen zurück. Es gäbe dann einen späten Frühlingsanfang sagte man sich. Heute, da wir keine Bären mehr bei uns haben schauen die Bauern nach dem Dachs oder dem Fuchs. In Nordamerika hält man auch nach dem Murmeltier Ausschau. Gefeiert wird dort Murmeltiertag, Groundhog Day.

Ein neues Märchen und ein alter Glaube

Ein altes Märchen der Gebrüder Grimm, Schneeweißchen und Rosenrot, erzählt indirekt von dieser Verbindung zwischen der Göttin des Lichts, ganz in weiß als Schneeweißchen, ihrer Nachfolgerin, der in Rot gekleideten Sommergöttin und dem alten Bären unter dessen dicken Pelz der Sonnengott, ihr späterer Gemahl verborgen ist.

Alte Traditionen zu Imbolc

Auch bei unseren Vorfahren hatte dieses Fest Tradition. Nachdem der Januar sich häufig noch sehr dunkel zeigt, werden die Tage ab Imbolc merklich länger. Man sagt, dass die Lichtgöttin auf einem Hirsch reitet und dieser zu Imbolc einen Sprung macht. Es war die Zeit des Reinigens, des großen Hausputzes.
Es gab Bräuche, die den Einzug der Birgid in das Haus sichern sollten, denn dieses galt anschließend als gereinigt und geschützt. Einen Brauch finde ich sehr schön, es ist das aufhängen des Brigid Kreuzes über der Eingangstür. Es schützt das Haus und deren Bewohner vor Hunger, vor Brand und vor Krankheiten.

Auch eine Art innere Reinigung fand statt, wenn auch ungewollt. Der Februar war eine Zeit, in der die Lebensmittel begannen knapp zu werden, die Menschen würden sparsam mit dem Essen und fasteten, wenn auch nicht ganz freiwillig.

Das Leben als Kreis

Das Leben im Rhythmus des Jahreskreises bedeutet nicht, acht Feste im Jahr zu feiern. Ein solches Leben, sofern du ab und zu einen achtsamen Blick darauf wirfst, zeigt, dass alles ein Kreislauf ist und alles zusammenhängt. Ohne den Winter kein Frühling über den du dich freuen kannst. Ohne die ersten Tage des warmen Frühlings, keine Frühjahrsblüher in unseren Gärten, Wäldern und auf unseren Wiesen. Jedes Fest und jede Zeit hat ihren Geist. Lässt du diesen deine Seele berühren, dann wirst du merken, dass etwas ganz Altes dahintersteckt. Etwas Altes, dass es schon ewig gibt und auf das verlass ist, etwas das in uns allen tief verwurzelt ist.

Bräuche zu Imbolc

Abschließend möchte ich dir noch ein paar Bräuche nennen, die zu Imbolc stattfanden bzw. finden. Wenn du möchtest kannst du sie alleine oder in einer Gruppe (er)leben:

  • Wenn du einen Garten hast, dann kannst du zu Imbolc die Pflanzen wachrütteln. Noch heute rütteln mancherorts Bauern ihre Obstbäume wach oder verkünden ihren Bienen die frohe Botschaft.
  • An Imbolc trägt man zu ehren der Birgid helle Kleidung.
  • Früher stellte man eine Kerze ins Fenster, die dann die Nacht brannte. Wenn dir das Angst macht und du vor Sorge nicht schlafen kannst, dann nimm ersatzweise ein elektrisches Teelicht.
  • Reinige dein Haus und hänge ein Brigid Kreuz über der Tür auf. Ich habe eine Anleitung für dich erstellt. Wenn du möchtest, dann kannst du sie hier herunterladen.

Ich wünsche dir eine gute Zeit. Lass Licht in dein Haus und spüre wie viel Kraft dir diese Zeit geben kann.

 

Deine Vanessa

 

 

Wenn Dunkelheit nicht endet…die Zeit vor Imbolc

Wenn Dunkelheit nicht endet…die Zeit vor Imbolc

Der Januar ist die Zeit vor Imbolc, gefeiert am 02. Februar, und für mich einer der längsten Monate des Winters. Es ist immer noch lange dunkel, auch wenn die Wintersonnenwende gut 3 Wochen hinter uns liegt. Die Tage wollen und wollen nicht länger werden, die Dunkelheit will nicht enden.

Diese Zeit kann auf das Gemüt schlagen

Oft ist das Immunsystem nicht mehr 100% auf der Höhe wir fühlen uns öfter schlapp und antriebslos. Die dunkle Zeit schlägt manchen auf das Gemüt, das fehlende Tageslicht macht sich bemerkbar. Die Natur zeigt sich weiterhin kahl, kalt und stürmisch. Es ist die Zeit, die wohl die meiste Ausdauer von und fordert. Wir müssen geduldig sein und zäh. In dieser Zeit neigen viele dazu wieder in alte Gewohnheiten zu verfallen, die Lethargie kann uns heimsuchen und mancher hat das Gefühl, dass Altes und Unliebsames noch an ihm haftet wie eine alte Kruste. Wir sind in einer Phase des Übergangs. Der graue Winter zeigt sich in all seinen Facetten, aber wir können an manch einem sonnigen Tag spüren, dass der Frühling langsam auf dem Weg zu uns ist.

Jede Zeit hat was Gutes

Imbolc Aber diese Zeit vor Imbolg, gefeiert am 2. Februar, hat auch ihre guten Seiten und durchaus ihre Daseinsberechtigung. Es ist die Zeit um Pläne zu schmieden, Ideen zu säen und die Dinge unter der Oberfläche reifen zu lassen. Wenn du das Gefühl hast, dass dein Fokus für 2017 bereits ausgerichtet ist, aber das Wie noch im Nebel liegt, so sei nicht ungeduldig, das ist typisch für diese Zeit. Gib deinen Ideen Raum und vor allem Zeit zum reifen. Sie verhalten sich manchmal wie die Schneeglöckchen. Sie schlummern unter der Erde und plötzlich brechen sie durch und füllen in Scharen ganze Wälder. Man wusste, dass sie da sind und plötzlich zeigen sie sich klar und deutlich.

Alltagsrituale für die Zeit vor Imbolc

Um die Zeit etwas angenehmer zu gestalten kannst du Alltagsrituale in dein Leben integrieren. Wenn dich die Trägheit, die lähmenden Gedanken oder Zweifel richtig nerven, dann schüttle sie wortwörtlich ab. Löse all deine Blockaden, lass die dunklen Schatten hinter dir.
Jetzt klick den Beitrag nicht weg mit den Worten: „Die spinnt doch…“ wenn ich dir schreibe mach eine Bewegungsübung und schüttle dich locker.
Du kannst dir dafür Musik anmachen, die dich erfrischt und stärkt. Stell dich fest auf deine Füße und rüttle die ganze alte Kruste, die Zweifel, die Sorgen, die Vorbehalte, die Ängste, die alten Gewohnheiten ab. Mach dich frei für Zuversicht, Freiheit, Sorglosigkeit, Stärke und Selbstbewusstsein.
Schüttle den Kopf, den Nacken, die Arme, den Bauch, die Hüfte, die Beine die Füße.
Es brauch dir auch nicht peinlich sein, mach es einfach wenn du alleine bist ;-).

Wenn du das Gefühl hast, dass deine Wohnung von Altem behaftet ist, dann miste mal wieder richtig aus. Hol die alten Sachen aus den Ecken und schau wovon du dich befreien kannst.
Du kannst auch Energien aus deiner Wohnung vertreiben. Du kannst ein Räucherritual durchführen, hier eignet sich Lavendel. Achte dabei darauf auch die Ecken auszuräuchern. Anschließend gut lüften, damit alles entweichen kann
Wenn du es etwas einfacher magst, dann öffne einfach die Fenster und mach Krach – mit einer Rassel, einer Trommel oder klatsche einfach mit den Händen. Mache große Armbewegungen, damit viel Bewegung in den Raum kommt. Das belebt den Raum, löst Altes und bringt auch dich in Schwung.

Ich führe diese Rituale ab und zu durch und ich finde sie helfen wunderbar. Anfangs habe ich immer gehofft, dass mich bloß keiner dabei sieht, aber mittlerweile tut mir das so gut, dass es mir egal ist wenn mich dabei jemand beobachten sollte.

Ich wünsche dir viel Freude dabei. Halte durch, Imbolc ist nicht mehr weit und dann löst Brigid, die Göttin des Lichts, die alte Erdgöttin ab und es geht mit großen Schritten in den Frühling!
Freue dich auf meinen Blogbeitrag dazu. Wenn du ihn nicht verpassen willst, dann trage dich hier ein.

 

Deine Vanessa